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Rede des Parteivorsitzenden Ulrich Scholten zum Neujahrsempfang 2015

Veröffentlicht: Freitag, 09. Januar 2015

scholtenMeine sehr geehrten Damen und Herren,

Ich freue mich sehr, dass Sie unserer Einladung zum traditionellen Neujahrsempfang der Mülheimer Sozialdemokraten gefolgt sind.
Der Vorsitzende der Mülheimer Ratsfraktion Dieter Wiechering und ich heißen Sie hier im Ruhrfoyer der Stadthalle - unserer guten Stube - herzlich willkommen!

Besonders begrüße ich unsere Ministerpräsidentin Hannelore Kraft sowie die Oberbürgermeisterin unserer Stadt Dagmar Mühlenfeld.

Ich danke ihnen allen, dass Sie wieder in so großer Zahl als Vertreter von Behörden und Verwaltung, Vereinen, Verbänden, aus Wirtschaft und Arbeit, Kirchen , Bildung, Kultur und Sport, sozialem Leben,, Politik und Medien unsrer Stadt, als Bürgerinnen und Bürger unsere Gäste sind.

Sie flankieren unsere politischen Entscheidungen mit ihren täglichen operativen Erfahrungen und Bedürfnissen.

Sie sind die Standleitung für Informationen zu Familien- und Bildungspolitik, Wirtschafts- und Arbeitsmarktthemen, aber auch zum Sport- und Kulturbereich.

Ihnen allen sagen wir heute Dank für ihr Engagement, gemeinsam mit uns, in diesem großen Netzwerk aus Planen, Beraten und Handeln, für die Entwicklung unserer Stadt.

In meiner neuen Funktion als Parteivorsitzender sind sie heute mein erstes Publikum. Erst vor einigen Wochen wurde ich genau an dieser Stelle, in Nachfolge von Lothar Fink, zum Vorsitzenden der „Mülheim Partei“, unserer SPD gewählt.

Viele von Ihnen kennen mich. Persönlich, aus dem beruflichen Kontext, oder auch aus meiner mittlerweile 15-jährigen Mitarbeit im Rat unserer Stadt. Daher zu meiner Person nur so viel: der vollständige Name ist Ulrich Horst Scholten, vor 57 Jahren in Duisburg geboren, weit über die silberne Hochzeit hinaus verheiratet, Vater zweier erwachsener Töchter und seit Mai `14 stolzer Großvater.

Im Hauptamt habe ich ebenfalls die „silberne Hochzeit“ mit Mannesmann Mülheim deutlich hinter mir gelassen und verantworte nunmehr seit 17 Jahren hier den Personalbereich.

Ich habe mir natürlich die Frage gestellt, was erwarten Sie von der Neujahrsrede eines neuen Parteivorsitzenden?

Die Klärung aller offenen Frage? Große Visionen zu den drängenden zukünftigen Aufgabenstellungen?

Nein, ich denke, die, die mich näher kennen wissen, dass ich so vermessen nicht bin. Außerdem würden Sie mich zu Recht fragen, warum ich bei fast 40 Jahren Parteizugehörigkeit so lange geschwiegen habe.

Vielmehr ist hier die Gelegenheit einen Rückblick auf die Geschehnisse im letzten Jahr und einen Ausblick auf das, was wir im kommenden Jahr vor haben, zu unternehmen.

Das für Mülheim prägende politische Ereignis in 2014 war neben der Europawahl sicher die Kommunalwahl im Mai. Seit dieser Wahl ist die Ratsversammlung noch bunter geworden. Analysen, zu den Ursachen des Wählerverhaltens, der Hinwendung zu neuen Gruppierungen, die zum Teil sehr eingegrenzte Themenfelder besetzten, sind sich einig:

Un-informiertheit, Mangelnde Wertschätzung, Zurückgelassen-Sein in deutschen Städten weit verbreitete Gefühle. Mithin keineswegs Mülheim spezifisch. Sie äußern sich aber in eben diesem Wählerverhalten.

Die daraus resultierende Zusammensetzung des Rates erleichtert die konstruktive Arbeit und Mehrheitsfindung nicht.
Und das damit meine ich rein arbeitspraktische Problemstellungen:
neue Gruppen/Mitglieder müssen sich Strukturen geben und in komplexe Themen einarbeiten. Doppelberatung in Ausschuss und Rat werden häufiger etc. Die ohnehin knappe Ressource „Zeit“ des Ehrenamtlers wird über Gebühr strapaziert.

Aber: „Wählen heißt am Ende auch auswählen“, hat Gerd Müller mal gesagt. Und es geht letztlich trotz aller Widrigkeiten um die Qualität unserer Politik, unserer politischen Arbeit.

Diese müssen wir für die Bürgerinnen und Bürger transparent machen.

Außerdem bleibt faire Konkurrenz in der Politik eine richtige und wichtige Triebfeder. Davon kann die Sache und damit die Stadtgesellschaft profitieren.

Dass die SPD diese qualitative Politik leistet, die Meinungsführerschaft bei den Mülheim-Themen hat, merken wir in der Zwischenzeit auf eine perfide Art deutlich.
Werden wir doch auch ohne, seit Jahren die Ratsmehrheit zu haben, weiterhin für all das verantwortlich gemacht, was in Mülheim schief läuft.

Daher ist es für die SPD besonders wichtig, dass wir weiterhin erfolgreich an den Lösungen für die Zukunftsthemen für unsere Stadt arbeiten.

Das werden wir keinesfalls den politischen Mitbewerbern überlassen.

Denen aber, die ernsthaft vernünftige Politik machen wollen – und davon gibt es einige - öffnen wir uns gerne.

Statt Probleme zu bejammer, lassen Sie uns die Aufgabenstellungen gemeinsam, wirtschaftlich und sozial gestalten.

Wir suchen das Gespräch mit verlässlichen glaubwürdigen Partnern auch außerhalb unserer Partei um unseren Ideen Gehör zu verschaffen.

Dazu dient natürlich auch die heutige Veranstaltung.

Es muss unter Demokraten möglich sein, tragfähige Kompromisse zum Wohle unserer Stadt zu vereinbaren.

Um es mit Herbert Wehner zu sagen:
„Politik ist die Kunst, das Notwendige möglich zu machen“.

Aber es gibt auch die, in unserer Stadt, die in Rat, Bezirksvertretung und Aufsichtsräten, als gewählte Mandatsträger unterwegs sind, auf deren Visitenkarte, frei nach Goethe: „ich bin der Geist, der stets verneint“ stehen müsste.

Das traurigste Beispiel des vergangenen Jahres waren die öffentlichen Querschüsse zur Sparkassenakademie.
Die Ansiedlung der Akademie wäre unstreitig eine Bereicherung und ein Image-Gewinn für unsere Stadt gewesen.
Während die anderen Städte, „Rücken an Rücken“ um den Zuschlag gekämpft haben - und das obwohl sie, wie unser letztlich erreichter zweiter Platz zeigt, deutlich hinter der Attraktivität unserer Stadt lagen - kam aus Mülheim von der ersten Stunde an ein unsägliches und konstruiertes Störfeuer von Seiten der Bastler und Bedenkenträger.

Das kann ich nicht mehr mit intellektueller Limitiertheit entschuldigen, das war Vorsatz.

In jedem Arbeitsvertragsverhältnis wäre dies eine eklatante Treuepflichtverletzung, die ernsthafte Konsequenzen zur Folge hätte.

So handelnde Mandatsträger versündigen sich an unserem Gemeinwesen.

Denen sage ich frei nach Äsop :
“Was immer du tust, tue es gut und bedenke die Folgen!“

Das darf sich nicht wiederholen!

Wir dürfen nicht zulassen, dass unsere Stadt in Wirtschaft und Wissenschaft den Ruf der Investitionsfeindlichkeit bekommt.

Was Verwaltung, Politik, städtische Gesellschaften und Investoren kreativ und progressiv im Sinne unseres Gemeinwesens gestalten, darf nicht von pathologischen Verhinderern konterkariert werden.

Gestalten kann und darf nur, wer sich der oft nicht geringen Anstrengung unterzieht, Sachkompetenz zu erwerben.

Ich bin sehr gespannt auf die Entwicklung der sehr erfreulichen Diskussion um die Kaufhofimmobilie.

Während auch hier viele „Experten“ ausschließlich über den, zugegebenermaßen unglücklichen Status laut schimpften, haben die leisen aber kontinuierlichen Bemühungen verschiedener Akteure nun eine erfolgversprechende Lösung im Markt.

Seniorenresidenz, Wohnen und Einzelhandel. Eine stimmige Ergänzung zur Entwicklung unseres, übrigens auch gegen alle Unkenrufe, prosperierenden Ruhrufers. Schauen sie links von mir durchs Fenster, rüber auf die Entwicklung, die Vermarktungszahlen, die Akzeptanz. Ein Frequenzbringer für die Innenstadt. Eine echte Chance.

Ich bin sicher Ruhrbania wird das gleiche Schicksal „erleiden“ wie einst die MüGa:
Erst heftig und laut umstritten – und heute will sie jeder erfunden haben!
Ich denke aber Gerd Müller würde sich trotz solcher Geschichtsklitterung über die Wandlung freuen:
Der Erfolg hat bekanntermaßen viele Väter! Allein die Niederlage ist ein Waisenkind.

Ich hoffe für unsere gebeutelte Innenstadt, dass die positiven Erstbekundungen, nahezu aller politischen Akteure Bestand hat.

Ich appelliere an Sie alle: Werben Sie für dieses und ähnliche Projekte! Helfen sie mit, solche Chancen für unsere Stadt zur Erfolgsstory zu machen.

Treten Sie mit uns denen entgegen, die alles schlecht reden.

Kontroverse Diskussionen lass sie uns in Mülheim, nicht in Hinterzimmern, aber unter uns führen!

Der dann folgende geschlossene Auftritt nach Außen stärkt uns in der öffentlichen Wahrnehmung.

Wenn wir, wie leider viel zu oft, Uneinigkeit in der Öffentlichkeit leben, stärken wir nur die Anderen.

Neben der hochwichtigen möglichen Entwicklung des Kaufhof können wir uns ganz aktuell über die Ansiedlung der „Alex“ Gastronomie auf der Schlosstrasse freuen. Ein bis zu 500 Plätze zählendes Restaurant ist nicht nur direkte Belebung der Innenstadt, sondern auch das Signal an andere Interessenten:

Mülheim lohnt sich!

Die wesentliche Voraussetzung für selbstbestimmtes Handeln und Gestalten in unserer Stadt ist die Verabschiedung eines genehmigungsfähigen Haushalts.

Dies ist mit dem von SPD und CDU eingebrachten Haushaltsbegleitbeschluss gelungen. Das allein kann bei der bekannt schlechten finanziellen Lage nicht zufriedenstellen.

Aber wir bleiben hierdurch in der Lage die Handlungsschwerpunkte für unsere Stadt selbst zu setzen.
Die traurige Alternative, die diejenigen nicht vor Augen haben, die sich einer konstruktiven Mitarbeit seit Jahren entziehen, ist die Fremdbestimmung unserer Stadt durch externe Entscheider aus Düsseldorf.

So wurden durch den hart umkämpften SPD/ CDU Beschluss:

Die Sanierung von Otto Pankok Gymnasium, Schulzentrum Saarn, Friedrich Wennmann Bad und Kunstmuseum sowie weiter bedeutsame Investitionen möglich
Die Weiterführung der Sozialarbeit in Schulen gesichert
Die dynamisierte Förderung von Vereinen und Verbänden ermöglicht
Und die dringend notwendige Sanierung der MVG eingeleitet.

ÖPNV ist eine unverzichtbare Aufgabe im Rahmen der Daseinsvorsorge. Wir müssen für die Bürgerinnen und Bürgern ein qualitativ und quantitativ angemessenes Angebot gewährleisten.
Aber die Notwendigkeit der Sanierung der MVG ist unumstritten. 35 Mio € Defizit sind nicht akzeptabel.

Ich begrüßen, dass durch die avisierte Machbarkeitsstudie alle Daten und Fakten erhoben werden, um eine seriöse zukunftsorientierte und belastbare Endscheidung zur ÖPNV Strategie treffen zu können.

Ich halten nichts von unreflektierten, durch keinerlei Sachkenntnis getrübten Schnellschüssen.

Das macht im Übrigen erkennbar seit Jahren in der unsäglichen Flughafendiskussion keinen Sinn. Hier müssen wir wirtschaftlich tragfähige Lösungen entwickeln, die die berechtigten Interessen der dort tätigen Unternehmen und deren Mitarbeiter, sowie des Aeroclubs berücksichtigen und die bestehende Rechtslage nicht ignorieren. Alle Akteure brauchen verlässliche Vereinbarungen, Zeitpläne und damit Planungssicherheit um die wirtschaftlichen Chancen am Standort Flughafen zu nutzen.

Aber zurück zur MVG.
Wer verkennt, dass man Tunnelanlagen nicht ohne Remanenzkosten in Millionenhöhe einfach schließen oder zuschütten kann, handelt fahrlässig.

Auch der Beißreflex mancher Diskutanten, das vermeintlich zu teure Personal zu geißeln verfängt bei der MVG, wie übrigens auch im gesamten „Konzern Stadt“, nicht.
Nach den Personalanpassungsmaßnahmen der letzten 10 Jahre sind „windstille“ Ecken kaum noch auszumachen – selbst wenn alle Kollegen der MVG ab Morgen unentgeltlich arbeiten kämen, blieben dennoch zwei Drittel des Defizits.
Sie sehen: wie so häufig liegt es nicht an den Arbeitnehmern.
Wir müssen über die Strukturen, über erweiterte Kooperationen, ja über eine „RuhrVG“ reden.

Und das sehr schnell!

Am besten auf der Basis einer breiten Zustimmung in der Bürgerschaft – bis hin zu einem Ratsbürgerentscheid.

Letztlich aber gelingt uns eine Konsolidierung des städtischen Haushalts natürlich nur mit Hilfen aus Düsseldorf und Berlin. Damit unsere Mülheimer Sparanstrengungen wirklich zu Haushaltsausgleich und kommunalpolitischer Gestaltungskraft führen, müssen unbedingt noch in dieser Legislaturperiode die Weichen für eine grundlegende Neuordnung der Kommunalfinanzen gestellt werden.

Unsere Kernforderung ist u.a. die strikte Einhaltung der Konnexität – nach dem Motto: wer bestellt bezahlt.
Hierzu ein Beispiel: Die Verwaltung muss allein für Transferleistungen 8 Mio. planen. Erstattet werden lediglich 1,4 Mio.

Und wenn die Bundespolitik die weiterhin wachsende Asylproblematik nicht eindeutig regelt und für die humanitär notwendigen Fälle finanziell ausreichend flankiert, wird die Lage in den Kommunen nicht mehr beherrschbar.

Der SPD Unterbezirk und die Fraktion unterstützt ausdrücklich die Aktivitäten der OB und des Kämmerers im Rahmen des Aktionsbündnisses: Für die Würde unserer Städte.

Schulsanierung steht nicht umsonst an erster Stelle meiner Aufzählung. Bildung bleibt „die“ fortdauernde Gemeinschaftsaufgabe.

Bildung ist der Katalysator für Lebenschancen!

Investitionen in Schulen, Sportvereine und Sportstätten sind Investitionen in Bildungs-, Jugendarbeit und Gesundheitsförderung und in Mülheim niemals Prestigeobjekte.

Wenn wir den Kinder und Jugendlichen hier keine nachhaltigen Angebote machen, verlieren wir sie an die „Straße“.

Hier gilt der Satz unserer Ministerpräsidentin:
Unsere Aufmerksamkeit muss nach wie vor der Bildung und Betreuung unserer Kinder gelten. Hier gilt es früh zu investieren, um nicht später teuer reparieren zu müssen.

Unsere Mülheimer Sportvereine sind hierbei eine Bank! Sie sind die größten Jugendzentren. Dieses Engagement könnten wir ohne Ehrenamt, Eltern und Förderer nicht stemmen. Viele hier im Raum sind die Garanten dafür! Ich danke ihnen sehr!

Das gilt natürlich gleichermaßen für die Sozialverbände und Hilfsorganisationen. Wenn wir beleuchten, mit welch bescheidenen Mitteln hier große notwendige unverzichtbare Räder bewegt werden bin ich immer wieder überwältigt. Das wir das weiterhin fördern können ist mir sehr wichtig.

Und auch wenn es für manche von uns nicht so offensichtlich ist: Mülheimer Brauchtums- und Karnevalsvereine sind ohne nennenswerte finanzielle Unterstützung eine echte Größe. Weit über 2000 Aktive organisieren jedes Jahr eine bemerkenswerte Session mit hoher Strahlkraft und leisten unterjährig in unterschiedlichsten sozialen Projekten ihre wertvollen Beiträge. Allein das Kinderprinzenpaar hatte am Sonntag 450 Gäste. Das gibt’s laut „Bund Ruhr Karneval“ nicht mal in Köln.

Auch unsere Kultur- und Freizeitangebote können wir im Rahmen der Haushaltsbeschlüsse noch gestalten. Museen und Theater, Stadthalle, MüGa und „Weiße Flotte, sind letztlich positive Standortfaktoren und kein Selbstzweck.

Die vielgelobten Veranstaltungen der MST, wie Ruhrbühne, Kuli-Treff und Schlossweihnacht.
Das alles hilft uns unsere Stadt auch weiterhin als Wirtschaftsstandort zu festigen.
Denn nicht nur ein qualifiziertes Arbeitsangebot u.a. durch die Bereitstellung neuer Gewerbeflächen zählt heute für Unternehmen.
Zu einem attraktiven Wirtschaftsstandort gehört auch, dass wir unsere Stadt als einen schön gestalteten und sicheren Lebensraum für alle weiterentwickeln.

Und Sicherheit ist ein sehr subjektives Gefühl.
Das heilt man nicht durch statistische Gegenbeweise.
Das muss man ernst nehmen und Maßnahmen ergreifen, wie z. B. die Polizeipräsens rund um den Bahnhof.

Ignoriert man die Ängste der Bürgerinnen und Bürger, schafft man nur eine Plattform für die Rattenfänger, die Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit zur Maxime erheben.
Die großen Gegenbewegungen der letzten Tage vor allem in Köln lassen mich hoffen. Aber wir müssen Wachsam bleiben!

Zusammen mit den Unternehmen und den Unternehmern in der Stadt müssen wir für diese sogenannten „soft skills“, die „weichen Faktoren“ sorgen.
Dazu gehören auch bessere und verlässliche Bedingungen bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
Auch hier liegt die SPD richtig weil wir, und hier vor allem unsere Oberbürgermeisterin, Bildung und Kinderbetreuung seit Jahren in den Fokus gerückt haben.
Bei den jetzt beschlossenen Sanierungsmaßnahmen werden die von der OB zugesagten, gleichen hohen Standards für alle Schulen, erstmals nicht eingehalten. Es handelt sich aber, nicht um eine „Sparversion“, sondern um eine gute Basis, die Optionen nach „OBEN“ offen hält.
Seien sie sicher, dass wir diese aber beharrlich einfordern werden.

Ein Pfund mit dem wir nicht genug wuchern können ist die HRW. Ich erlebe schon heute als Personalverantwortlicher die Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft vor Ort. Praktika, Forschung, Diplomarbeiten und top qualifizierte Arbeitnehmer für Mülheims Unternehmen sind die Früchte dieser tollen Entwicklung, die so viele Väter und Mütter hatte, von denen einige heute hier sind. Auch ihnen gebührt unser Dank!

Ich freue mich schon heute auf die kommenden Jahre in denen der Bereich um Duisburger-, Reich-, Herzog und Bülowstraße unterhalb des neuen Studentenwohnheims, wo ich aufgewachsen bin, zum studentischen Szeneviertel wird. Ich hoffe die lassen auch „Alte Herren“ in die Kneipen.


Sie haben bemerkt, dass ich lieber die Stärken unserer schönen Stadt herausstelle! Entgegen der, von den Mülheimer selber oft verbreiteten Meinung, haben wir solche auch überwiegend. Fragen sie mal Besucher. Sie werden sich wundern.

Und es ist nur vernünftig unsere Stärken zu stärken!

Wir leben zweifellos in einer Zeit, die
von einschneidenden Veränderungen geprägt ist: Staat, Wirtschaft und Gesellschaft stehen in einem
Strukturwandel, den Internationalisierung und Globalisierung mit sich gebracht haben.

Heute lassen die Informations- und Kommunikationstechnologien Entfernungen schrumpfen und eröffnen neue Chancen, aber auch neue Herausforderungen.

Die Prämisse der Wirtschaftlichkeit durchdringt alle Lebensbereiche.
Soziale Bindungen lockern sich. Die Gesellschaft wird heterogener.
Die Balance zwischen individuellem
und gesamtwirtschaftlichem Interesse generell scheint zu kippen.
Der Wertekanon hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert.
Der Glaube an die Selbstverwirklichung
hat einen höheren Stellenwert eingenommen als je zuvor.
Das Verhalten der Menschen und der Wirtschaftsakteure hat sich drastisch verändert.

Dem können wir nicht mit nostalgischer Rückwärtsgewandheit und Beharrungstendenzen begegnen.

Denn: Früher war eben nicht alles besser – und aus Holz!

Also identifizieren wir unsere Stärken, konzentrieren wir uns auf sie und entwickeln sie fort!

Jeder Zehnkämpfer wird sich auf die Disziplin konzentrieren, in der er hoch punkten kann. Im Zweifel sogar zu Lasten der Wettkämpfe, in denen die Konkurrenz uneinholbar erscheint.

Selbst gravierende, von Politik nicht abwendbare Entwicklungen, wie der Verlust von tausenden Industriearbeitsplätzen in den letzten 25 Jahren, durch den Strukturwandel bei Mannesmann, Siemens und Friedrich Wilhelms Hütte, haben wir überstanden. Die Betroffenen konnten sich auf, verantwortliche und soziale Begleitung durch sozialdemokratische Politik, Stadt- und Arbeitsverwaltung verlassen.

Einen solchen, dauerhaften Verlust kann man nicht schön reden.

Wir können uns aber auch heute dem Wandel und den Veränderungen nicht entziehen.

Die Gestaltungskraft unseres Gemeinwesens, im Umgang mit solchen strukturellen Veränderungen gilt es, für uns Sozialdemokraten, zu erhalten.

Um das auch morgen noch zu gewährleisten, müssen wir dem seit kurzem in einigen Bereichen der Verwaltung erkennbaren Verlust von qualifizierten Leistungsträgern entgegenwirken.

Kolleginnen und Kollegen denen wir zwar top Leistungen und Engagement attestieren, denen wir aber aus haushaltstechnischen Zwängen keine berufliche Perspektive oder Entwicklung bieten können, verlassen uns zunehmend.

Dies ist menschlich verständlich, schwächt aber die Handlungsfähigkeit unsere Verwaltung und damit den Standort Mülheim.

Denn das Wissen um die qualifizierte Leistungsfähigkeit einer Verwaltung ist ebenfalls ein Standortvorteil.

Dies ist umso aktueller, haben doch Siemens und Mannesmann gerade jetzt schwierige Zeiten vor sich.
Sich diesen Aufgaben zu stellen, sie ernst zu nehmen, und sozial angemessen lösen zu helfen, ist unsere Kernaufgabe als Sozialdemokraten.

Unsere Solidarität gilt den betroffenen Kolleginnen und Kollegen.

Sie sehen, die vor uns liegenden Aufgaben sind oft nicht neu, sondern wiederholen sich im Laufe der Jahre.

Diese Erkenntnis lässt uns aber nicht resignieren! Vielmehr können wir sie als Chance begreifen! Schließlich haben wir, als die älteste parlamentarische Partei Deutschlands, das Meiste ja schon einmal erlebt.

Die notwendige „Kontinuität im Wandel“ organisieren wir aber nicht alleine,

Wir brauchen Sie, als die Akteure, Entscheider, Investoren, als die Mitdenker und Gestalter in ihrer jeweiligen Funktion.

Wir laden Sie ein, gemeinsam mit uns und den Bürgerinnen und Bürger ins Gespräch zu kommen.

Wir haben hierzu seit einigen Wochen das Instrument der „Themenforen“ entwickelt.

Hier treffen sich Politik, Verwaltung, Bürgerinnen und Bürger zum Austausch über „Mülheim Themen“.

Hierdurch erreichen wir die Bürgerinnen und Bürger und erfahren in einem transparenten Verfahren deren berechtigte Wünsche und Vorschläge.

Suchen Sie gemeinsam mit uns nach Lösungen, durch mehr Offenheit und sachorientierten, konstruktiven Diskurs.

Und schlussendlich stärkt jedes so entstandene und vor allem, mutig umgesetzte Projekt, unsere Stadt und unser aller Glaubwürdigkeit als die gestaltenden Kräfte Mülheims.

Mut besetztes Handeln mit dem Blick auf das große Ganze ist unsere Antwort auf beckmesserische Kleinherzigkeit.

Lassen Sie uns diesen Weg gehen:

Gemeinsam – Wertschätzend – Ergebnisorientiert

Das kommunalpolitisch prägenste Ereignis in diesem Jahr, wird die Oberbürgermeister /innenwahlen am 13. September.

Naturgemäß kommen wir Parteienvertreter in den, von Wahlkampf geprägten Wochen vor diesem Termin noch intensiver mit den Bürgerinnen und Bürgern zusammen.
Ich würde mich freuen dann zu hören:

Wir fühlen uns informiert, wertgeschätzt, mitgenommen – die SPD macht das Richtige.

Hierfür werde ich arbeiten.

Vor 2600 Jahren sagte der Propheten Jeremia:

Suchet der Stadt Bestes (Jeremia 29,17).
Denn wenn es ihr gutgeht, dann geht es auch euch gut.

Und er meinte das nicht auf der Basis eines Wettbewerbs, nach dem Motto:

Schneller, höher, weiter.

Sondern frei übersetzt:
Suchet das Beste für unsere Stadt, auf Grundlage eines friedlichen und schöpferischen Miteinanders.

Danke dass Sie mir zugehört haben! Ihnen und Ihren Familien ein gesegnetes und gesundes 2015!
Glückauf!

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